Verein für pädagogische Initiativen und Kommunikation e.V.

Positive Psychologie: Lieben, Lachen, Lernen, Leben!

In Harvard ist „Glück“ im Lehrplan angehender Manager längst enthalten. Die so genannten Happiness –Seminare sind auf der privaten Universität in Cambridge mittlerweile gefragter als der Klassiker „Einführung in die Ökonomie“. Psychologe Ben Tal-Shahar lehrte dort bis von 2003 bis 2012 in Kursen mit teilweise jeweils über 1400 Studenten, dass Glück auf einer mentalen Technik, einer Art optimistischer Selbstbeschreibung basiert, die jeder erlernen kann. Er definiert Glück als gleichzeitiges Erleben von Bedeutung und Spaß. Wissenschaftler nennen es „positive Psychologie“.

Bereits 1997 machte auch der Psychologe und Depressionsexperte Martin Seligmann mit dem Aufruf „die Neurosen, Psychosen und Depressionen beiseite zu lassen und sich auf das Rätsel des glücklichen Lebens zu konzentrieren“ auf sich aufmerksam. Seit 2005 lehrt Seligmann in Vorlesungen an der Universität in Pensylvania angehenden Medizinern wie die richtige Einstellung Krankheiten verhindert und das Leben verlängert. Auch Wirtschaftswissenschaftlern wird Optimismus als Weg zum Erfolg gepredigt. 

In Deutschland hat Schulleiter Ernst Fritz-Schubert im Jahr 2007 das Fach „Glück“ an der Willy-Hellpach-Schule in Heidelberg initiiert. Das baden-württembergische Kultusministerium unterstützt den Vorstoß - auch wenn man dort lieber von "Lebenskompetenz" als von "Glück" sprechen möchte. Die Dozenten der Willy-Hellpach-Schule sind zahlreiche externe Lehrkräfte, wie beispielsweise Neurolinguisten, Theaterwissenschaftler, Handwerker, Psychologen oder Motivationstrainer. 

Glück ist heute Ziel der Erziehung. Warum? 

Wenn wir in der Lage sind, Momente des Glücks zu erleben, wird sich das positiv auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit auswirken. Glückliche Menschen sind flexibler, kreativer, gelassener, friedfertiger, versöhnlicher und haben ein größeres soziales Netzwerk. Dies sind lebensnotwendige Ressourcen, die in der heutigen Zeit neben Wirtschaftskrisen und Klimakatastrophen an Bedeutsamkeit gewinnen. Deshalb sollte das lebensbejahende Gefühl von Glück für jeden Menschen zugänglich und ein Teil jeder Erziehung sein.  „Ein glückliches Kind kann sein Potenzial entfalten und kommt in seiner Entwicklung voran“ (Hélène Mathieu, französische Psychologin).

Kinder werden mit einer genetischen Disposition geboren: Ein  Drittel der Kinder kommt bereits als Frohnatur auf die Welt, ein Drittel gibt schnell auf und stellt sich und seine Umwelt in Frage. Ein Drittel der Kinder ist weder optimistisch noch pessimistisch.  Im Laufe der Zeit orientiert das Kind seine Problemlösungsstrategien und seinen Gemütszustand an dem seiner Vorbilder. Sind die Vorbilder glücklich? Forscher haben herausgefunden, dass Kinder von übervorsichtigen und pessimistischen Eltern zu düsteren Gedanken neigen. Dennoch haben Kinder und Erwachsene stets die Möglichkeit, glücklicher zu werden. Glück ist Entwicklung. Sie dauert Zeit des Lebens an. Gerade das Glück, welches die Zeit des Lebens überdauert und nicht nur einen Moment im Leben darstellt, unterliegt eines immerwährenden, lebenslangen Prozesses.

Es muss mehr gelacht werden:

Ein Kind lacht ca. 400 Mal am Tag – ein Erwachsener nur rund 15 Mal. Doch Lachen, Humor und Begeisterung fördert Fantasie, Konzentration und steigert die Belastbarkeit. In positiver Stimmung lernt es sich besser. Neurologisch braucht der Mensch für das Lernen drei Hormone. Zwei davon sind Glückshormone. Der Mensch lernt daher leichter, wenn er sich wohlfühlt. „Zum Glück erziehen?“  - So heißt das Seminar, das von Kerstin Helena Taubenheim im Rahmen einer Weiterbildung im April bei Pädiko in Kiel angeboten wird. Sie will der modernen Gesellschaft mit ihren vielfältigen Erkrankungen, wie Depressionen, Angstzuständen sowie Stress und Herzerkrankungen etwas entgegensetzen. Jeder 5. Deutsche leidet einmal in seinem Leben an einer Depression. Die Zahlen sind alarmierend und die Erkrankten werden immer jünger. Wissenschaftler in Kanada und Australien haben das Verhältnis positiver zu negativen Gedanken von Menschen gezählt, die an einer Depression erkrankt sind. Sie fanden heraus, dass das Verhältnis 1:1 beträgt. Gesunde Menschen haben im Gegensatz dazu zwei positive Gedanken zu einem negativen Gedanken. 

Die Diplom Pädagogin hat eine Glückspädagogik entwickelt, die neueste Erkenntnisse aus Erziehungswissenschaft, Entwicklungspsychologie, Neurologie, Physiologie, Glücksforschung und positive Psychologie zur Grundlage hat. Das glückspädagogische Konzept sieht in den Ausgleich von Frust durch Freude vor. Eine tragende Rolle in der Glückspädagogik spielen dabei Atmung, Berührungen, Bindungen und Beziehungen sowie Naturerfahrungen, Dankbarkeit, Hilfsbereitschaft und Verantwortung. Kerstin Helena Taubenheim stellt die Glückspädagogik regelmäßig in Kiel bei Pädiko zur Diskussion. Ab 2013 wird die Dozentin zudem ein Aufbauseminar für PädagogInnen und pädagogisch Interessierte bei Pädiko anbieten. Die Gehirnforschung zeigt deutlich, dass es wichtig ist, so früh wie möglich mit der Glückspädagogik bei Kindern zu beginnen, um erste positive Gehirnstrukturen zu schaffen. PädagogInnen die in den Fortbildungen gelernt haben ihr Wohlbefinden steigern zu können, fällt es leicht ihre Erfahrungen in den Kita-Alltag zu integrieren und an die Kinder weiterzureichen. Als Erwachsener verfügt das Kind aufgrund der früh angelegten positiven neuronalen Grundstruktur eher über glückbringende Verhaltensweisen, die zu einem gelingenden Leben beitragen und einen guten Umgang mit persönlichen Krisen und Umbrüchen ermöglichen. 

In Berlin ist Diplom Psychologin Kerstin Helena Taubenheim kurz davor, eine Kita nach dem Glückskonzept zu eröffnen. Das besondere hierbei: In die Kita ist eine Glücksschule integriert und schult die Erzieher und die Eltern regelmäßig hinsichtlich des eigenen Glücks und des Glücks der Kinder. So ist die Möglichkeit einer einheitlichen Glückserziehung gegeben. Die Erzieher lernen glücksförderliches Verhalten und geben dies durch das gelebte Vorbild an die Kinder weiter.

„Natürlich gibt es in unserer KiTa Regeln und einen rituellen Ablauf, der den Kindern Sicherheit und Orientierung bietet. Und es gibt Raum und Zeit für Gefühle, wie Frust und Trauer. Diese werden vom Erzieher begleitet, das Kind wird in diesen Fällen nicht alleine gelassen. Zudem wird es regelmäßige Zufriedenheitsgespräche mit allen Beteiligten geben.“ 

Veröffentlichsdatum: 19.09.2012 11:25

Ansprechpartner: Pädiko, info@paediko.de,

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