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Pädiko Pädagogik

 

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„Kinder sind – ebenso wie Dichter, Musiker und Naturwissenschaftler – eifrige Forscher und Gestalter. Sie besitzen die Kunst des Forschens und sind sehr empfänglich für den Genuss, den das Erstaunen bereitet. Unsere Aufgabe besteht darin, den Kindern bei ihrer Auseinandersetzung mit der Welt zu helfen, wobei ihre Fähigkeiten, Kräfte und Ausdrucksweisen eingesetzt werden." 

Loris Malaguzzi

Unsere Pädagogische Haltung zum Kind - Lernen im Dialog

Wir sehen das Kind als ein vollkommenes Wesen, als ein von Geburt kompetentes Subjekt an, das uns Erwachsene in Anspruch nehmen darf, um es zu unterstützen und zu begleiten. Die Fachkraft wird zur Ressource für das Kind, wenn dieses u.a. Zuneigung, Vertrauen, Freiheit, Zeit und Impulse benötigt. Dadurch entsteht eine vertrauensvolle Bindung, die sich über unser geschlossenes Konzept intensiviert. Wir begegnen dem Kind auf „Augenhöhe“ und sehen es als Konstrukteur seines eigenen Wissens. Wir begleiten es beim Forschen und werden so gemeinsam mit ihm zu Experten. Um auf diese Art und Weise mit dem Kind zu arbeiten, braucht es festgelegte Kinderrechte, die unverrückbaren Bestand haben.

 

Als Grundlage nutzen wir die Kinderrechte der UN Kinderrechtskonvention*:


1. Das Recht auf Gleichbehandlung
2. Das Recht auf einen Namen und eine Staatszugehörigkeit
3. Das Recht auf ausreichende und gesunde Ernährung
4. Das Recht auf Gesundheit und somit auf angemessene Pflege und Behandlung
5. Das Recht auf Bildung und Ausbildung
6. Das Recht auf Familie, Fürsorge und ein sicheres Zuhause
7. Das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung
8. Das Recht sich zu informieren, seine Meinung zu äußern und angehört zu werden
9. Das Recht auf Schutz vor Gewalt, Ausnutzung und Verfolgung
10. Das Recht auf speziellen Schutz für Flüchtlingskinder oder Kinder mit einer
Behinderung

*) Text der Kinderrechtskonvention (PDF) veröffentlicht vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: goo.gl/zifWXR

 


Darüber hinaus haben Kinder in unseren Einrichtungen:


• das Recht auf Beteiligung an ihrer eigenen Entwicklung,
• das Recht an der Entwicklung ihrer Identität, ihrer Autonomie beteiligt zu sein,

• das Recht darauf ihre eigenen Lernbedürfnisse zu befriedigen.

 


Durch die alltäglichen Mitwirkungsmöglichkeiten in unseren Einrichtungen erlangen die Kinder Mündigkeit, Entscheidungsmut, Urteilsfähigkeit sowie Akzeptanz und Achtung Andersdenkender. Diese Schlüsselqualifikationen unterstützen die Kinder darin, Teil einer demokratischen Gesellschaft zu sein.

Die Rolle der pädagogischen Fachkraft 

 

Unsere Rolle als pädagogische Fachkraft verstehen wir als Begleiterinnen und Unterstützerinnen in der Entwicklung des Kindes. Das tun wir, indem wir zu dem Kind sichere Bindungen aufbauen, ihm etwas zutrauen und es immer wieder ermutigen, selbst aktiv zu werden. Dabei gestehen wir dem Kind zu, seine eigenen Fehler zu machen und daraus zu lernen. Wir nehmen uns zurück und lassen es zu, dass das Kind auch Risiken eingeht und Konflikte selbst löst. Wir gehen immer wieder neu auf das Kind zu, beobachten es unvoreingenommen und dokumentieren dies kontinuierlich.

 

In unserer Rolle als pädagogische Fachkraft bedeutet dies:

  • wir begegnen dem Kind unvoreingenommen,

  • wir reflektieren unser pädagogisches Handeln im Team,

  • wir setzen uns mit unserer eigenen Erziehungs- und Lerngeschichte auseinander,

  • wir reflektieren unsere Vorstellungen von Männer- und Frauenrollen und arbeiten genderbewusst.

 

Im Zusammenleben mit dem Kind ist uns darüber hinaus wichtig:

  • auf die mehr als „100 Sprachen“ des Kindes wertschätzend einzugehen,

  • die individuellen Bildungswege des Kindes zu begleiten,

  • dem Kind zuzuhören, um mit ihm in den Dialog zu treten,

  • seine Themen aufzugreifen und ihm Impulse und Anregungen zu geben,

  • dem Kind Herausforderungen für sein Lernen zu bieten und ihm Anforderungen im Sozialen Miteinander zuzumuten.

 

Wir als pädagogische Fachkräfte haben Freude am Lernen, Fragen und Forschen und sind bereit, auch unsere eigenen Grenzen wahrzunehmen und uns bei Bedarf Unterstützung einzuholen.

Inklusion

 

„Es ist normal, verschieden zu sein.“ - Richard von Weitzäcker

 

Inklusion ist ein selbstverständlicher Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Ausgehend von der Gleichwertigkeit und Würde aller Menschen gibt es neben dem uneingeschränkten Lebensrecht auch das Recht auf gesellschaftliche Integration.

 

Das bedeutet, dass jedes Kind ungeachtet seiner körperlichen, seelischen und geistigen Entwicklung und seines religiösen, kulturellen Ursprungs, Teil der sozialen Gemeinschaft wird, in der seine Individualität geachtet und akzeptiert ist. Hierbei ist es uns wichtig, dass jedes Kind die individuellen Angebote und Hilfen erlangt, die seine spezifische Entwicklung, seine Lebensentfaltung und Teilhabe an der Gemeinschaft fördern.

 

Die Auseinandersetzung mit Verschiedenheit, Andersartigkeit oder auch Abweichung von der „Normalität“ birgt für alle Beteiligten ein großes Lern- und Erfahrungspotential. Im alltäglichen Zusammensein entsteht ein selbstverständlicher Umgang mit Andersartigkeit - das, was vielleicht fremd ist oder sogar Angst macht, wird vertraut.

Auf dieser Grundlage entstehen Akzeptanz, Toleranz und Offenheit, Wertschätzung, Hilfs-bereitschaft und Solidarität - eine Herausforderung an alle Beteiligten, sich jeden Tag aufs Neue auf den Weg zu machen.

Sexuelle Bildung und die Begleitung bei der Sauberkeitsentwicklung

 

Jedes Kind durchläuft eine psychosexuelle Entwicklung, dazu gehören die Selbstwahrnehmung als Junge und Mädchen, Schamgefühle, Bedürfnis nach Privatsphäre, Zeigelust und Körpererkundungsspiele. Diese finden bei uns in einem geregelten und geschützten Rahmen statt. Kindliche Sexualität ist unbefangen, spontan, neugierig, sinnlich und nicht zielgerichtet. Dies bedeutet, dass sich das Kind von Anfang an auch in dem Bereich Körpererfahrung und Körperlust selbst bildet. Dies tut es in Form von:

 

  • nuckeln, saugen, schmecken,

  • Körperkontakt, kuscheln,

  • den eigenen Körper erkunden,

  • die eigenen Körpergrenzen kennenlernen,

  • kitzeln, toben, pusten,

  • sich ganzheitlich wahrnehmen beim Wickeln,

  • nackt sein.

 

Wir begleiten das Kind bei seiner sexuellen Selbstbildung, indem wir:

  • entspannt und unbefangen mit ihm umgehen,

  • auf einen respektvollen, intimen, vertrauensvollen Kontakt für das Kind beim Wickeln achten,

  • achtsam und behutsam mit dem Kind umgehen - mit Worten begleiten, was wir beim Wickeln tun,

  • die Genitalien beim Namen nennen - wir nutzen eine klare, nicht verniedlichte Sprache,

  • einen wertfreien, neutralen Umgang mit den Ausscheidungen kultivieren,

  • den Prozess der Sauberkeitsentwicklung vom Kind ausgehend begleiten,

  • Stereotypen vom Männlichen und Weiblichen öffnen und das Kind ausprobieren lassen.

 

Wir vertrauen der individuellen Entwicklung des Kindes beim Trockenwerden, arbeiten präventiv und stärken das Kind in seiner Selbstwahrnehmung und seinem Selbstausdruck.

 

Das geschieht konkret, indem wir:

  • es fragen, von wem es gewickelt werden will,

  • es unterstützen, seine Grenzen wahrzunehmen und „nein“ sagen zu lernen,

  • das Kind unterstützen, ein „Berührungskonzept“ zu entwickeln, d. h. zu wissen, was es mag und was nicht, vom wem es gewickelt werden will und von wem nicht, es zu einem positiven Körpergefühl begleiten.

 
 

Qualitätsentwicklung - Qualität beginnt bei der Haltung

 

„Ich glaube, wenn die jungen Menschen auf alles hören würden, was die älteren ihnen sagen, würde jede Entwicklung aufhören und die Welt stillstehen.“ - Astrid Lindgren

 

Die pädagogische Qualität in unseren Pädiko Bildungseinrichtungen ist für die Entwicklung der Kompetenzen des Kindes und der Erwachsenen ausschlaggebend. Wir möchten optimale Bedingungen für die individuelle Entwicklung gestalten und vielfältige Bildungsmöglichkeiten schaffen. Für uns stehen die Bedürfnisse und Interessen des Kindes im Mittelpunkt pädagogischer Qualität und bilden den Maßstab unserer Arbeit sowie der fachlichen Ansprüche unserer Mitarbeiterinnen.

 

Für die stetige Weiterentwicklung unserer Qualität nutzen wir:

  • in all unseren Einrichtungen ein einheitliches Beschwerdemanagement, mit dem wir Kindern, Eltern und Mitarbeiterinnen zu konstruktiver Kritik anregen.

 

  • vielfältigen kollegialen Austausch: Wöchentliche Teamsitzungen bieten dem pädagogischen Fachpersonal Reflexionsmöglichkeiten, die Pädiko Leitungen bilden sich monatlich gemeinsam fort. Die sechswöchigen Kollegialen Beratungen werden für Fallbesprechungen genutzt und die Hospitationen der Mitarbeiterinnen in unterschiedlichen Einrichtungen zur Weiterentwicklung und Inspiration. Die Methode der „Kritischen Freundin“ fördert die gegenseitige Weiterentwicklung zwischen den Leitungen und den pädagogischen Fachkräften, indem sie sich monatlich innerhalb ihrer Einrichtungen und einrichtungsübergreifend besuchen und über Weiterentwicklungs-möglichkeiten sprechen. Schwerpunkt Mitarbeiterinnen bilden sich gezielt in einer Thematik weiter (Medienatelier, Sprachförderung, Projektarbeit etc.) und fungieren als Multiplikatoren, indem sie ihr Einrichtungsteam weiterbilden, aber auch als Gast in anderen Pädiko Einrichtungen das Team schulen.

  • schriftliche Handlungsgrundlagen: Für eine gemeinsame Handlungsgrundlage gibt es neben dem Leitbild Pädikos und den Einrichtungskonzeptionen, welche in jährlichen Konzeptionssitzungen diskutiert und weiterentwickelt werden, auch eine Pädiko Online Plattform, die Fachtexte, Vorlagen und Projekte für die Mitarbeiterinnen bereithält. Eine weitere Grundlage unserer Arbeit ist das Pädiko Handbuch, das als Nachschlagewerk und Arbeitshilfe fungiert. Dieses gibt es für die pädagogischen Fachkräfte sowie für Pädiko Leitungen.

 

  • Mitwirkungsmöglichkeiten: Wir bestehen aus vielen individuellen Personen und dies fördert unsere stetige Weiterentwicklung. In einrichtungs- und bereichsübergreifenden Arbeitsgruppen werden neue Konzepte entwickelt (Sommerferienbetreuung, flexible Betreuungszeiten etc.) und in den Themenzirkeln lädt die Geschäftsführung wechselnde Mitarbeiterinnen zu Diskussionsrunden ein.

 

  • Individuelle Personalentwicklungsmethoden: Zu diesen zählt eine intensive Einarbeitungsphase mit 12 Modulen, welche die Pädiko-Pädagogik vermitteln sowie ein Ablaufplan für die erste Zeit in der neuen Einrichtung mit Reflexions- und Zielvereinbarungsgesprächen.

  • Verschiedene Evaluationsverfahren, um stetig den Ist-Zustand zu erfassen: Hierzu gehören eine Eltern-, Kinder- und Mitarbeiterinnen-Umfrage alle 2 Jahre, jährliche Evaluationsworkshops mit den Leitungen sowie eine intensive Feedbackkultur, die im Pädiko Qualitätshandbuch festgehalten sind.

  • Weiterbildungsmöglichkeiten: Jede Pädiko Mitarbeiterin kann 5 Seminare im Jahr besuchen, um sich weiter zu qualifizieren und neue Schwerpunkte in die Einrichtung zu integrieren. Jährliche Teamtage ermöglichen es der Einrichtung, sich als Team weiter zu entwickeln und neue Impulse für die Bildungsarbeit zu gestalten. Der jährliche Pädiko-Fachtag, an dem sich alle Pädiko Mitarbeiterinnen gemeinsam weiterbilden, fördert nicht nur die Verbundenheit, sondern ermöglicht einen intensiven fachlichen Austausch, mit dem Potential einer ständigen Weiterentwicklung des Trägers. Die Studienreisen in andere Städte und Länder bieten Einblicke in Best Practice Projekte, die die eigene Qualität weiterbringen.

 

  • Unser Wissen geben wir als Ausbildungsort weiter. Unsere Konsultationseinrichtungen werden regelmäßig von Fachkräften besucht, um sich von Pädiko Mitarbeiterinnen weiterbilden zu lassen und dort zu hospitieren. Viele unserer Leitungen und pädagogischen Fachkräfte geben ihr Wissen in In-House Seminaren bei anderen Trägern weiter. Dieser Austausch fördert auch unsere eigene Weiterentwicklung und gibt uns die Möglichkeit, unsere Arbeit im Diskurs aus neuen Blickwinkeln zu betrachten. Das Anleitungskonzept für Praktikanten ermöglicht eine professionelle Begleitung von zukünftigen Fachkräften.

 

Unser Team für Qualitätsmanagement und Innovationen entwickelt unsere Arbeit stetig weiter, um Kindern, Familien und Mitarbeiterinnen bestmögliche Bildungs- und Gestaltungsmöglich-keiten zu bieten.

 

Bildungs- und Erziehungspartnerschaft - Alltag gemeinsam gestalten

 

„Man kann seine Fragen äußern und bekommt immer Antwort. Ich finde es gut, dass die Mitarbeiterinnen sich immer weiterbilden.“ - Vater aus der Pädiko Kita Colorito

 

Die Eltern sind Experten für:

  • den soziokulturellen Hintergrund der Familie,

  • die Biografien der Herkunftsfamilien,

  • die Biografie des Kindes,

  • die Rolle des Kindes im familiären System,

  • das Kind als Bestandteil der elterlichen Identität,

  • die aktuellen familiären Lebensbedingungen.

 

Die pädagogischen Fachkräfte sind Experten für:

  • Pädagogisches Fachwissen,

  • den Umgang mit Kindern,

  • Gruppendynamik/-prozesse,

  • die aktuellen Arbeitsbedingungen in der Kindertagesstätte.

 

Erziehungspartnerschaft realisiert sich in einem dynamischen Kommunikationsprozess, in der wechselseitigen Öffnung von Familie und Kindertagesstätte. Dies setzt gegenseitiges Vertrauen und Respekt voraus - Haltungen, die sich auch auf das Kind positiv auswirken: sieht es, dass die pädagogischen Fachkräfte seine Familie wertschätzen, wird es eher Selbstachtung entwickeln. Merkt es, dass seine Eltern die Fachkräfte respektieren, fördert dies den pädagogischen Bezug und die Lernmotivation. Öffnung auf Seiten der Familie bedeutet, dass die Eltern über das Verhalten des Kindes in der Familie, besondere Erlebnisse, ihre Erziehungsziele und -methoden sprechen. Auf Seiten der Kindertagesstätte geht es bei der Öffnung darum, den Alltag in der Einrichtung für die Familien transparent zu gestalten.

 

Die Eltern erfahren, wie der Alltag ihres Kindes gestaltet ist und welche Erziehungsziele, -vorstellungen und -praktiken die Fachkräfte haben. Eine gelingende Erziehungspartnerschaft erreichen wir, wenn wir, ebenso wie mit dem Kind „auf Augenhöhe“ kommunizieren, uns als verlässliche Partner darstellen und transparent agieren. Dabei helfen uns die täglichen Gespräche mit den Eltern über unsere Tätigkeit mit dem Kind, die Entwicklungsgespräche und unser Beschwerdemanagement. Die Feste, Informationsveranstaltungen, Elternabende und Ausflüge unterstützen die gegenseitige Achtung und Wertschätzung.

 

Die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft gestaltet sich in unseren Pädiko Einrichtungen vielfältig und findet ihren Ausdruck unter anderem in folgenden Bereichen:

 

Einrichtungsnewsletter:

  • Informiert in regelmäßigen Abständen die Eltern über aktuelle Projekte, Themen, Ideen, Veranstaltungen und Termine;

  • die Eltern können sich in diesem aktiv mit einbringen.

 

Pädiko-Portfolio:

  • Alle Eltern sind herzlich eingeladen, sich im Portfolio ihres Kindes einzubringen (siehe auch Dokumentation).

 

Gruppentagebuch:

  • In diesem werden die Gruppenaktivitäten schriftlich dokumentiert und geben den Eltern Einblicke in den Tagesablauf ihres Kindes und die pädagogische Arbeit mit den Kindern.

 

Pädiko-Familienwand:

  • ist von Eltern für Eltern gestaltet und fördert die Verbundenheit der Eltern untereinander

  • wird von den Eltern der Einrichtung belebt

 

„Mein Buch“:

  • bildet das Familienleben des Kindes ab und dient als Brücke zwischen Kindertagesstätte und Familie

  • wird von den Familien gestaltet

 

Einladung zur Mitgestaltung:

  • Gemeinsame Ausflüge

  • Spielzeugwerkstatt

  • Gemeinsames Kochen

  • Musik/Hobby in den Kita-Alltag einbringen

  • Blumen und Obst aus eigenem Garten

 

 

Eingewöhnung und Übergänge

Für die soziale und emotionale Stärkung des Kindes, in der Zeit des Übergangs von der Familie in eine betreuende Einrichtung, ist eine behutsame Eingewöhnungszeit von großer Bedeutung. Individuell benötigt das Kind unterschiedlich viel Zeit, bis es sich von seinen ersten Bezugspersonen trennen kann und bereit dazu ist, sich auf Neues einzulassen. Die Anwesenheit einer bekannten und bedeutenden Bezugsperson ist in der Eingewöhnungszeit unerlässlich und eine Voraussetzung für die Aufnahme eines Kindes in unsere Kindertagesstätten. In Anlehnung an das Berliner Eingewöhnungsmodell gestalten wir diese erste Zeit in der Kita gemeinsam mit den Eltern für jedes Kind individuell. Eine langsame und schrittweise Ablösung von der Bezugsperson ist die Basis für einen vertrauensvollen Beziehungsaufbau und für das weitere Miteinander zwischen Kind und pädagogischen Fachkräften. Deshalb ist es wichtig, dass die Eltern sich die Zeit nehmen, die ihr Kind für die Eingewöhnung benötigt. Dies kann je nach Alter und Persönlichkeit des Kindes zwischen wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen dauern. Es ist uns wichtig, tragfähige und vertrauensvolle Bindungen zu jedem Kind aufzubauen. Wir unterstützen es und sorgen dafür, dass es sich in der Gruppe wohl und geborgen fühlt.

 

Die Kindergartenzeit ist von Übergängen (Transitionen) geprägt – der erste Tag in der Kindertagesstätte und Krippe, der Wechsel in die Elementargruppe und schließlich der Übergang in die Grundschule. All diese Transitionen werden von den pädagogischen Fachkräften gestaltet und in den einzelnen Einrichtungen anhand von Konzepten umgesetzt und begleitet. Die Kinder im Alter von 2,5 – 3 Jahren sind unsere „Weltentdecker“ und vor dem Schuleintritt werden sie die „Weltforscher“ (das letzte Kita-Jahr vor Schulstart). Regelmäßig treffen sich die Kinder in Gruppen und wenden sich altersspezifischen Themen zu. Es ist unabdingbar den Übergang gemeinsam mit dem Kind zu planen, z.B. im Rahmen der partizipativen Platzvergabe beim Wechseln von der Krippen- in die Elementargruppe. Es erlebt, dass es diese Veränderungen aktiv mitgestalten kann. Eine gute Transition von einer Bildungseinrichtung zur nächsten gelingt, wenn Eltern, pädagogische Fachkräfte und z.B. Lehrkräfte miteinander kooperieren. In diesem Entwicklungsprozess des Übergangs nehmen die Eltern eine zentrale Rolle ein. Sie sind Experten für ihr Kind und auch sie müssen die Übergänge bewältigen. Aus diesem Grund werden alle Beteiligten in den Prozess des Wechsels mit einbezogen.

 

Raumgestaltung - Schönheit ermuntert zur Tätigkeit

 

Die Räume, in denen sich das Kind täglich bei uns bewegt, nimmt es mit allen Sinnen wahr. Die Architektur, das Ambiente in unseren Einrichtungen, wie Räume gestaltet, wie Bilder angebracht sind, wie Tische gedeckt werden – all dies sind Wahrnehmungsgegenstände und für das Kind und die Erwachsenen mit ästhetischen Empfindungen und Erfahrungen verbunden. Unsere klare Raumstruktur und die visuellen Buffets und Funktionsbereiche ermöglichen eine gute Orientierung und laden zum Forschen ein.

Der Raum, in dem wir uns aufhalten, hat direkten Einfluss auf unsere Gefühle und dadurch auch auf unser Verhalten. Pädiko Räume fördern Beziehungen, sie laden Kind und Erwachsenen zum Forschen und Verweilen ein. In diesen Zusammenhang sprechen wir von dem Raum als „Erster Erzieher“.

Die Räume werden regelmäßig nach den aktuellen Bedürfnissen der Kinder umgestaltet und für den nächsten Tag vorbereitet.

Bei der Materialauswahl in unseren Räumen legen wir besonderen Wert auf ökologische Aspekte, auf vielfältige Materialen, von natürlichem bis zu bedeutungsoffenem Recycling-Material. Wir sind davon überzeugt, dass das Kind ein Recht auf echte und qualitativ hochwertige Materialien hat und bieten dem Kind diese zur Förderung von Selbstbildungs-prozessen an.

Die von uns mitgestalteten Bauten zeichnen sich durch eine innovative Architektur aus.

Besonderheiten der Pädiko Räumlichkeiten und Gebäude

  • Aufforderungscharakter

  • Vorbereitete Umgebung

  • Kompetenz – und bedürfnisorientiert

  • Gliederung in Funktionsbereiche

  • Hochwertige und vielfältige Materialen

  • Visuelle Buffets

Ästhetische Bildung - dem Eindruck einen Ausdruck verleihen

 

„Der wahre Sinn der Kunst liegt nicht darin, schöne Objekte zu schaffen. Es ist vielmehr eine Methode, neu zu verstehen, ein Weg, die Welt zu durchdringen und einen eigenen Platz zu finden. - Paul Auster

 

Ästhetische Bildung und Erziehung hat immer auch mit Kunst und Kultur zu tun. Kreativität ist die Fähigkeit, im Denken neue, auch unerwartete und überraschende Wege zu gehen. Lernen durch die Sinne ist in der frühen Kindheit die Grundlage von Bildung. Künstlerisch-ästhetische Erfahrungen führen vom Greifen zum Begreifen. Wir verstehen die Ästhetische Bildung als Dialog zwischen dem Kind und seiner Umwelt.

 

Wir gehen davon aus, dass jedes Kind mehr als 100 Sprachen besitzt. Diese 100 Sprachen sind eine Metapher für die vielfältigen verbalen und nonverbalen Wahrnehmungs- und Ausdrucks-möglichkeiten des Kindes. Die Unterstützung der mehr als 100 Sprachen des Kindes sind wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Damit das Kind seine Sinneserfahrungen und Eindrücke in einer Sprache ausdrücken kann, bieten wir ihm vielfältige und herausfordernde Materialien und Werkzeuge. So hat es die Möglichkeit sich seine Umwelt sinnlich anzueignen und in gestalterischen Tätigkeiten, wie dem Tanz, dem Theater, der Musik und der Kunst seine Anschauungen und Vorstellungen von der Welt auszudrücken.

 

Die Hundert Sprachen

Und es gibt die Hundert doch.

Ein Kind

ist aus hundert gemacht.

Ein Kind hat hundert Sprachen, hundert Hände, hundert Gedanken,

hundert Weisen zu denken, zu spielen, zu sprechen.

Hundert, immer hundert Weisen zu hören,

zu staunen, zu lieben, hundert Freuden

zu Singen und zu Verstehen.

Hundert Welten zu entdecken, hundert Welten zu erfinden, hundert Welten zu träumen.

Ein Kind hat hundert Sprachen,

(und noch hundert, hundert, hundert), aber neunundneunzig werden ihm geraubt.

Die Schule und die Kultur

trennen ihm den Geist vom Körper. Sie sagen dem Kind:

ohne Hände zu denken, ohne Kopf zu handeln,

nur zu hören ohne zu sprechen, ohne Freuden zu verstehen,

nur Ostern und Weihnachten zu staunen und zu lieben.

 

Sie sagen dem Kind:

es soll die schon bestehende Welt entdecken und von hundert

werden ihm neunundneunzig geraubt. Sie sagen dem Kind:

dass Spiel und Arbeit, Wirklichkeit und Fantasie,

Wissenschaft und Vorstellungskraft, Himmel und Erde,

Vernunft und Träume Dinge sind,

die nicht zusammenpassen. Ihm wird also gesagt,

dass es Hundert nicht gibt. Das Kind aber sagt:

„Und es gibt die Hundert doch.“ Loris Malaguzzi

 

 

Bildende Kunst

 

"Ich weiß, dass dir manchmal Sachen nicht gefallen, aber das musst du akzeptieren. Ich male auch was mir nicht gefällt, aber ich male dann einfach künstlerisch drüber." Melina (5,9 Jahre)

 

Zu Beginn der bildnerischen Ausdrucksentwicklung steht die Urform des Kritzelns, denen Gestaltungsformen folgen. Durch vielseitige Anreize ermöglichen wir dem Kind, spielerisch-kreativ mit seinen Fantasien und Gedanken umzugehen und sie mit Hilfe verschiedener Materialien zu visualisieren. Das Kind kann uns in der Bildenden Kunst seine Sicht der Welt und seine Beziehung zu dieser zeigen, es teilt sich über diese Medien mit. Dieses bildhafte Sich-Äußern ist zugleich die Basis für die Weiterentwicklung kommunikativer, gestalterischer und handwerklicher Möglichkeiten. Kunst ermöglicht es, Spuren zu hinterlassen. Sie bietet die Chance, selbst aktiv und kreativ zu sein und seinem inneren Eindruck einen Ausdruck zu verleihen. Die entstandenen Werke sind eine Deutung der Welt aus der Sicht des Kindes, es erkundet die Wirklichkeit und zeigt seine Interessen und Themen. Die Werke sind Ausdruck von Individualität und Persönlichkeit. Das Kind erwirbt beim Gestalten Kenntnisse über verschiedene Materialien und Techniken, die Angebote werden mit der Zeit zunehmend differenzierter und komplexer.

Wir bieten in unseren Pädiko Ateliers und in der Zusammenarbeit mit Künstlerinnen vielfältige Erfahrungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Unser Team bildet sich regelmäßig im Bereich der Bildenden Kunst weiter, um dem Kind neue Sprachen anbieten zu können.

 

Wirkungsdimensionen:

  • Eigene Gestaltungs- und Ausdruckswege entdecken (zeichnen, malen, bildnerisch-plastisch, collagieren etc.) und dabei Vielfalt und Beweglichkeit im Denken und Handeln entwickeln

  • Umwelt und Kultur mit allen Sinnen erforschen

  • Spuren hinterlassen: Erfahrung der Selbstwirksamkeit

  • Sozialkompetenz: gemeinsame Arbeit an Projekten, wertschätzender Umgang mit eigenen Werken und mit Werken anderer

  • Sprachkompetenz: verbalisieren von inneren und äußeren Prozessen

  • Werken von Künstlern begegnen: differenzierte Sicht auf die Welt und auf Kulturen entwickeln

  • Erwerb von Symbolsystemen

  • Sachkompetenz: Vielfältige Materialien, Werkzeuge, Techniken und Prinzipien zur gestalterischen Formgebung erforschen, kennen und einsetzen

 

 

Digitale Medien

 

Vom Konsumenten zum Produzenten

Die Auseinandersetzung und das Arbeiten mit verschiedenen digitalen Medien, wie dem Fotoapparat, Diktiergerät und dem Beamer, bieten dem Kind die Möglichkeit, den Eindrücken, die es macht, einen Ausdruck zu verleihen. Erlebtes und Wahrgenommenes kann mit Hilfe der digitalen Medien verändert, bearbeitet und neu gedacht werden.

Das Kind erlernt einen sicheren, aktiven und kreativen Umgang mit den zur Verfügung gestellten digitalen Medien. Es macht die Erfahrung, dass es digitale Medien als Werkzeuge nutzen kann, die im Rahmen pädagogischer Projekte zum Einsatz kommen. Über die eigenen Erfahrungen, die das Kind beim Experimentieren mit den Medien sammelt, setzt es sich bewusst auseinander und lernt die Ausdrucksmöglichkeiten, die ihm die digitalen Medien als eine seiner mehr als 100 Sprachen bietet, kennen und bewusst einzusetzen. So wird das Kind zum aktiven Produzenten seiner kreativen Ideen.

 

Nachhaltigkeit - von Anfang an an Morgen denken

"Natürlich interessiert mich die Zukunft. Ich will schließlich den Rest meines Lebens darin verbringen." - Mark Twain

 

Die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz werden in der heutigen Zeit immer wichtiger. Um unseren ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten, engagiert sich Pädiko aktiv für den konkreten Klimaschutz in verschiedenen Bereichen.

 

Projektarbeit - sinnlich lernen mit Kopf, Herz und Hand

"Kind, deine Gedanken sind kostbar. In ihnen entstehst du und sie entstehen durch dich. Du kombinierst und verbindest, wie kein anderer vor dir. Du denkst dich ins Leben und das Leben findet in dir eine Ausdrucksform." - Loris Malaguzzi

Das ganzheitliche Lernen des Kindes findet in der Projektarbeit seinen Ausdruck. Das Kind ist von grenzenloser Neugier und angeborenem Forschergeist angetrieben. Aus diesem Antrieb entstehen Fragen und Gedanken, aus denen sich wiederum Projekte entwickeln.

Das Kind gestaltet die Projekte aktiv mit und gibt neben dem Projektthema auch das Tempo vor. Ein Projekt kann ruhen und durch neue Fragen geweckt werden. Dabei ist nicht das Endergebnis das Ziel, sondern der Weg und der Prozess dorthin.

Wir Fachkräfte erkennen durch genaue und reflektierte Be(ob)achtung, was das Kind bewegt. Wir dienen als zutrauende, wohlwollende Begleiterinnen, die nach den Interessen des Kindes Materialien auswählen, Ausflüge planen und für die Gestaltung der Dokumentationen verantwortlich sind. Der Raum wird projektbezogen für die Kinder vorbereitet, es werden Provokationen gesetzt (vorbereitete Umgebung), so dass immer wieder neue anregende Bereiche und Möglichkeiten geschaffen werden. Diese laden dazu ein, zu staunen und vertieft und konzentriert zu forschen. Durch die erstellten Dokumentationen („Sprechende Wände“) hinterlässt das Kind Spuren seines Handelns und bekommt die Möglichkeit den voran-gegangenen Prozess zu reflektieren und neue Ideen zu entwickeln. Das Erlebte und die Entwicklungsprozesse des Kindes werden so für die Eltern und die Familie transparent.

 

 

"Ich kann, was ich kann und ich will, was ich will." Ida (4,1 Jahre)

 

Es ist unsere Aufgabe, das aktive, kompetente Kind in seinen Lernprozessen zu unterstützen und zu begleiten, so dass es sich intensiv mit den Themen seiner Welt auseinandersetzt und sich in mehr als 100 Sprachen ausdrücken kann.

Es finden regelmäßige Dialoge im Team statt, in denen diskutiert und reflektiert wird. Ziel des Austausches ist es, neue anregende Impulse zu erarbeiten, die die Kinder für die Stabilisierung und Weiterentwicklung ihres Projektes nutzen können. Als Werkzeuge für die offene Planung der prozessorientierten Projekte stehen den Fachkräften der Lotus- und Monatsplan zur Verfügung. Mit Hilfe dieser Pläne können Themen und Fragen der Kinder in ihrer Vielfalt betrachtet und in gezielte Angebote eingebunden werden.

Das Kind ist aktiver Gestalter seiner Entwicklung. Es lernt nachhaltig, wenn ein hohes emotionales Wohlbefinden gegeben ist. In Projekten ist seine Lernmotivation gestärkt, Denk- und Lernprozesse werden angeregt. Das vertiefte Arbeiten an seinen eigenen Themen entfacht eine ehrliche Bedeutsamkeit. Das Kind setzt sich aktiv mit der Umwelt auseinander, in dieser Erfahrung gewinnt es Erkenntnisse und lernt Einfluss auf sich, die Welt und andere zu haben. Sowohl Erfolge als auch Misserfolge werden analysiert und für weitere Projekte nutzbar gemacht. Mit jeder Partizipationserfahrung eröffnen sich weitere Möglichkeiten, dies fördert das Selbstbewusstsein des Kindes. Neben der Aneignung von Wissen und neuen Begriffen, schult das Kind in Projekten seine Kooperationsfähigkeit, es eignet sich demokratisches Verhalten an. Das Kind stärkt sein Selbstvertrauen und entwickelt ein positives Selbstbild.

 

Dokumentation - Bildung sichtbar machen

"Die Lust am Lernen, am Wahrnehmen und Verstehen ist eine der ersten fundamentalen Erfahrungen, die sich das Kind alleine, mit Gleichaltrigen oder Erwachsenen erhofft."

Loris Malaguzzi

In unseren Kindertagesstätten ist die Beobachtung der individuellen Entwicklungs- und Bildungsprozesse des Kindes eine der wesentlichen Aufgaben der pädagogischen Fachkräfte.

In regelmäßigen Beobachtungen nehmen wir die Besonderheiten des Kindes wahr. Dadurch erhalten wir eine Idee davon, wie das Kind denkt und welche Bilder und Erklärungen es verwendet, um sich seine Wirklichkeit verständlich zu machen. Dabei unterstützen uns Film- und Fotomaterial, offene Beobachtungsbögen sowie Audio-Aufnahmen. Die vielseitig dokumentierten Beobachtungen bilden die Grundlage der regelmäßigen Teamsitzungen und damit der weiteren Planung von Aktivitäten, Projekten und Raumgestaltung. Die einheitlich festgelegten Kriterien für die Dokumentation bei Pädiko bilden neben der äußeren Gestaltung auch einen inhaltlichen Rahmen. Durch diese Kriterien wird unser Qualitätsanspruch für die Dokumentation unserer Bildungsarbeit übergreifend bei dem gesamten Träger festgehalten und die Wertigkeit und Bedeutung von Dokumentation für uns dargestellt.

 

Die Beobachtung und Dokumentation sind für alle Beteiligten von hoher Bedeutung, denn für….

 

das Kind bringen sie Beachtung und Wertschätzung seiner Person und seines Handelns sowie Anerkennung seiner subjektiven Aneignung und Erkundung der Welt entgegen.

die Eltern bilden sie einen Einblick in die pädagogische Arbeit und bieten einen Gesprächsanlass mit ihrem Kind und den Fachkräften.

die pädagogischen Fachkräfte dienen sie als Ideensammlung und Reflexionsinstrument, außerdem wird so die Bildungsarbeit mit den Kindern für Eltern und die Öffentlichkeit transparent gemacht.

 

Im Pädiko-Portfolio - dem individuellen Entwicklungsordner des Kindes - wird aufgenommen, was für den Bildungsweg des Kindes bemerkenswert ist. Dazu gehören u.a. Vorlieben, Interessen und Entwicklungsschritte des Kindes, die Familie des Kindes, Entwicklungsgeschichten, Kunstwerke sowie kleine Dokumentationen von Projekten, Festen und Ausflügen der Kita. Das Portfolio dokumentiert den Bildungs- und Entwicklungsweg des Kindes, sein individuelles Lernen und gibt einen Gesamteindruck der Kita-Zeit.

 

Portfolios unterstützen uns dabei, die Lernprozesse jedes einzelnen Kindes individuell zu betrachten. Sie dienen dem Fachpersonal als Anregung für weitere Bildungsprozesse sowie der differenzierten Information und dem Austausch mit den Eltern.

Anhand eines umfangreichen Beobachtungsbogens wird einmal im Kindergartenjahr von jedem Kind eine umfangreiche Entwicklungs- und Kompetenzeinschätzung zusammen-gestellt. Diese Beobachtung ermöglicht ein differenziertes Wahrnehmen des Kindes, seiner Interessen, Fähigkeiten und Potentiale sowie seines individuellen Entwicklungsstands. Sie dient als Basis für eine individuelle Begleitung des Kindes sowie als Grundlage für den Austausch im Team, mit den Eltern und nach Einverständnis der Eltern auch mit der Schule.

 

Neben dem individuellen Portfolio werden Projekte und Aktivitäten der Einrichtung in Wand-dokumentationen, den sogenannten „Sprechenden Wänden“, dargestellt. Darin werden Bildungsprozesse des Kindes sichtbar gemacht. Seine Auseinandersetzung mit einer Frage, einem Thema oder einer Aufgabe wird prozesshaft mit Fotos, Zeichnungen und Zitaten des Kindes sowie Erläuterungen der Fachkräfte dargestellt. Unterstützend dazu werden auch die Werke des Kindes zu diesem Thema ausgestellt. Unsere Dokumentationen haben die Zielsetzung die Denk-, Lern- und Entwicklungsprozesse des Kindes und damit sein Lernen transparent zu machen. Deshalb sind diese Dokumentationen immer auch für das Kind sichtbar, um sich weiterhin mit dem Prozess eines Projekts auseinanderzusetzen und den Austausch und das gemeinsame Erinnern von Kind und Fachkraft zu fördern. Diese Form der Dokumentation spiegelt neben der Beschriftung der Werke eine Wertschätzung der kindlichen Aktivitäten wider. Damit das Kind sich mit den Dokumentationen identifizieren kann, werden sie an der Dokumentation ihrer Entwicklungsprozesse beteiligt.