Verein für pädagogische Initiativen und Kommunikation e.V.

Individuelle Förderung von Schulkindern im Rahmen der Lehrpläne nur eingeschränkt möglich

Foto: Matthias Jahr

Eine sich verändernde Gesellschaft fragt nach neuen Lösungen. Die zunehmende Berufstätigkeit beider Elternteile und wachsende Anforderungen an Schüler erfordert eine verlässliche Betreuung und individuelle Förderung der Schulkinder. Eine Deutschlandweite Umfrage unter Lehrern ergab, dass eine individuelle Förderung von Schülern im Rahmen der Lehrpläne nur eingeschränkt möglich ist. (66% nach einer Erhebung des Instituts für Demoskopie Allersbach).  Der Bedarf an zusätzlichen Fachkräften steigt und die Schulkindbetreuung der Kommunen mausert sich zu einem gern in Anspruch genommenen Angebot an offenen Grund- und gebundenen Ganztagsschulen.

Die Schulkindbetreuung an offenen Grundschulen findet vor der Schule, während eventuellem Unterrichtsausfall und nach der Schule statt. Den Schulkindern an offenen Grundschulen steht es frei, das Angebot in Anspruch zu nehmen. Schulkinder an gebundenen Ganztagsschulen hingegen folgen der Verpflichtung, das Angebot der Schulkindbetreuung in Anspruch zu nehmen. Für die Schulkindbetreuung an gebundenen Ganztagsschulen entstehen für Eltern keine zusätzlichen Kosten.

Ob offene Grundschule oder gebundene Ganztagsschule - neben einem gemeinsamen Mittagessen steht während der Schulkindbetreuung das gemeinsame Erledigen von  Hausaufgaben und das Arbeiten in Gemeinschaften auf der Tagesordnung. Zur Entspannung  musizieren die Kinder zusammen, basteln oder treiben Sport. Fragt man Eltern, welche Kompetenzen den Kindern vermittelt werden sollten, so findet man oben an der Spitze mit 93% die Rechtschreibung und Grammatik. 81% der Eltern legen Wert auf eine gute Ausbildung ihrer Sprößlinge. Aber auch Hilfsbereitschaft (66%) Teamfähigkeit (68%) sowie Höflichkeit (57%) und die Entwicklung eines guten Selbstbewusstseins sind wichtige Faktoren. (Nach einer Erhebung des Instituts für Demoskopie Allersbach) Schulkindbetreuer/innen tragen einen Großteil bei der Vermittlung dieser und vieler weiterer Kompetenzen bei. Sie haben einen starken, persönlichen Bezug, gelten als beliebter Ansprechpartner und haben somit einen großen Einfluss auf die Kinder. Schulkindbetreuer/innen haben stets ein offenes Ohr, trösten und loben. Sie fungieren als Ergänzung zu Lehrern und Eltern - teilen Freud und Leid mit den Kindern. Schulkindbetreuer/innen erfahren noch vor den Eltern von guten Noten, neuen Zahnlücken und trocknen Tränen. Schulkindbetreuung ist mehr als nur eine Dienstleistung.

Die Arbeit der Schulkindbetreuer/innen wird durch Zuschüsse der Kommunen finanziert. Sofern die Schulkindbetreuer/innen zertifizierte Fachkräfte sind, gelten die Zuschüsse der Kommunen als gesichert. Handelt es sich um freiwillige Schulkindbetreuer/innen oder engagierte Mütter gilt die Arbeit als Ehrenamtlich. Eine gerechte Finanzierung und einheitliche Reglementierung ist Zukunftsmusik in der Grauzone. Materialien mit denen Schulkinder und Betreuer arbeiten können finanzieren sich aus Spenden. Kommunen stellen hier keinerlei zusätzliche Mittel zur Verfügung. Hinzu kommt, dass die begrenzten Räumlichkeiten der steigenden Nachfrage nicht mehr gerecht werden. Häufig beschränkt sich die Unterbringung der Schulkinder auf Container oder andere Notlösungen. 

Die Arbeit der Schulkindbetreuer/innen ist notwendig, um Kindern in einer Gesellschaft mit ständig wachsenden Anforderungen Halt geben zu können. Doch Wertschätzung und Anerkennung für die Tag tägliche Leistung erhalten die engagierten Schulkindbetreuer/innen bislang wenig. Angemessene Öffentlichkeitsarbeit: Kaum. Krippenplätze und Erzieher sind die Raritäten der Zukunft. An zertifizierten Fachkräften für Schulkindbetreuung, einer einheitlichen Reglementierung und angemessenen Räumlichkeiten fehlt es bereits jetzt schon.

Am 09. Juni 2012 fand bei Pädiko in der Sachaustraße die Abschlusspräsentation und Zertifikatsübergabe der 16 frisch gebackenen, stolzen Fachkräfte für Schulkindbetreuung aus Schleswig-Holstein und Hamburg statt. An acht Wochenenden bildeten sich die Teilnehmer unter der Leitung von Sabine Duda weiter.

Derzeit gibt es für Schulkindbetreuer/innen noch keine einheitlichen, verbindlichen Standards – sie kommen ursprünglich aus ganz unterschiedlichen Berufsfeldern. Die nun durch Pädiko zertifizierten Fachkräfte für Schulkindbetreuung haben das Ziel und den Anspruch an sich selbst, die Qualität der Einrichtungen in denen sie als Schulkindbetreuer arbeiten zu steigern. Mit wertvollem Hintergrundwissen können sich die zertifizierten Fachkräfte für Schulkindbetreuung nun gekonnt den unterschiedlichsten Charakteren stellen und eine individuelle Förderung gewährleisten.

Neben der Projektarbeit und dem eigentlichen Erwerb der Qualifikation fand ein reger Austausch zwischen den Teilnehmer/innen über den Ablauf der Arbeit in den jeweiligen Einrichtungen statt. Die Teilnehmer/innen gaben sich gegenseitig Anregungen und tauschten Ideen untereinander aus.

Seit 2010 hat Pädiko in bereits 3 Kursen insgesamt 40 Fachkräfte für Schulkindbetreuung ausgebildet. 

Informieren Sie sich über die Fortbildung "Fachkraft für Schulkindbetreuung" und melden Sie sich an. Die Weiterbildung ist nach der Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung (AZWV) als anerkannte Maßnahme anerkannt. 

Veröffentlichsdatum: 09.08.2012 14:30

Ansprechpartner: Pädiko,

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