Verein für pädagogische Initiativen und Kommunikation e.V.

WALDKRIPPEN UND WALDKINDERGÄRTEN



Pädiko Waldkindergarten Gruppe
Foto: Matthias Jahr

1968 entstand in Deutschland der erste Wald- und Naturkindergarten. Erst in den 1990er Jahren fand die Waldkindergartenbewegung einen größeren Anklang. Der erste anerkannte Waldkindergarten startete 1993 in Flensburg. Der erste Pädiko Waldkindergarten startete 1996. Insgesamt verfügt Pädiko heute über 3 Waldkrippen, 3 Walderlebnisgruppen sowie 4 Waldkindergärten.

Häufig wird der Waldkindergarten als „Kindergarten ohne Dach“ bezeichnet. Der wesentliche Unterschied zu konventionellen Kindergärten besteht darin, dass die Kinder den Krippen- und Kindergartenalltag fast durchgehend im Wald verbringen. Ein Bauwagen oder eine Waldhütte in der Nähe des Waldgebietes dienen im Falle von schlechten Witterungsbedingungen als Aufenthaltsmöglichkeit.

Durch den täglichen Aufenthalt in der Natur wird die Entwicklung der Wahrnehmung, der Grob- und Feinmotorik, Koordination und die Tiefensensibilität positiv unterstützt. Zudem sind Kinder im Waldkindergarten durch eine positive Auswirkung auf das Immunsystem gesundheitlich stabiler, haben weniger Unfälle und fallen sicherer. 

Auf handelsübliches Spielzeug wird im Waldkindergarten verzichtet – die Kinder spielen mit Naturgegenständen und Projekte ergeben sich durch den geheimen Lehrplan des Waldes. Das Wissen und die Kreativität der Kinder stehen im Vordergrund unserer Arbeit. Die Waldpädagogik wirkt sich somit unterstützend auf die Sprachentwicklung aus, da sich die Kinder über die Bedeutung von Gegenständen und das Spielgeschehen häufiger verbal austauschen.

Waldkindergarten Kind
Foto: Matthias Jahr

Eltern, die sich für die Waldkrippe entscheiden, haben großes Interesse an der besonderen Konzeption der Krippe. Die Eltern möchten, dass ihre Kinder mit allen Sinnen die Natur erleben, Naturkenntnisse erwerben, soziale Kompetenzen in Kleingruppen erfahren, ihre gesundheitliche Konstitution stärken und Freude am Aufenthalt im Wald haben. Die Eltern möchten ihren Kindern die Möglichkeit geben, aus dem Stadtleben mit vielen Straßen und Verkehrsteilnehmern zu entfliehen und die natürliche Begebenheit „Natur“ kennenzulernen und zu schätzen.

Alle Kinder erfahren „Wir sind Teil der Natur“. Sie greifen und begreifen die Natur als ihren neuen Lebensraum. Sie lernen achtsam mit ihr umzugehen und sie zu respektieren. Sand und Matsch, der durch die Finger rinnt, das Sammeln von Stöcken, Steinen oder Bucheckern, das Geräusch von rauschenden Blättern oder die Stille, das Entdecken und Beobachten von Insekten und anderen Waldbewohnern, das Bauen von Figuren, Tieren und anderen Spielsachen. Gemeinsam erleben wir den jahreszeitlichen Wechsel: Mit Knospenbildung, Reifen der Früchte, Blätterfärbung und schneebedeckten Bäumen und feiern die Feste im Jahreslauf.

Die Waldkrippe und der Waldkindergarten arbeiten eng zusammen. Bei personellen Problemen unterstützen sie sich, setzten sich zusammen zum Informations- und Fachaustausch, besuchen sich in ihren Gruppen und bereiten die Waldkrippenkinder mit angemessenen Projekten, Aktivitäten und Besuchen auf den Waldkindergarten vor.