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Der Kinder- und Jugendtreff Neumeimersdorf arbeitet als Teil von Pädiko e.V. nach den Maßgaben der Reggio-Pädagogik.
„Die angebotenen Maßnahmen und Veranstaltungen sollen der demokratischen, kulturellen, sozialen, umweltbezogenen, gesundheitsbewussten und interkulturellen Bildung und Erziehung dienen. Es ist ein besonderes Anliegen des Vereins, die MitarbeiterInnen und Zielgruppen in ihrer Selbstbestimmung und Verantwortlichkeit zu stärken. Pädiko e.V. ist weder weltanschaulich noch politisch gebunden. Fortbildung, Kultur und Integration sind wesentliche Bestandteile unserer Arbeit“ (http://www.paediko.de/ueber-paediko/ueber-uns.html 2009).
Damit die Kinder und Jugendlichen Neumeimersdorfs die oben genannten Ziele für sich erreichen und zu selbstbewussten Bürgern ihrer Stadt heranreifen können, hilft ihnen ein vielfältiges pädagogisches Freizeitangebot. Deshalb versuchen wir, die bestehenden, vor allem sportlichen Angebote der Vereine und Schulen, insbesondere um kulturpädagogische Angebote zu erweitern. Es soll möglichst vielen Kindern und Jugendlichen Neumeimersdorfs ermöglicht werden, sich nach ihren Interessen einzubringen und auszudrücken.
Die kultur- und medienpädagogischen Angebote (Hip-Hop-Gruppe, Hörspielgruppe und Kinderband)
Jeder Mensch hat in der Regel ein starkes Bedürfnis nach kulturellem Ausdruck. In der Schule bleibt allerdings immer weniger Zeit, um auf dieses Bedürfnis einzugehen. Gerade hier liegen aber große Chancen für positive Lernerfahrungen. Die positiven Lernerfahrungen in den kultur- und medienpädagogischen Projekten sollen Motivationseffekte mit sich bringen, die den Kindern bei anderen Lernprozessen und damit auch beim Leben und Lernen in und außerhalb der Schule zugute kommen. Die Kinder sollen selbstbewusster werden, ihre kommunikativen Fähigkeiten stärken und das kulturelle Leben ihres Stadtteils aktiv mitgestalten.
Die Lieder und deren Texte, sowie die Geschichten, die während der kulturpädagogischen Projekte des Kinder- und Jugendtreffs entstehen, schreiben die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen selbst. Sie behandeln stets Inhalte und Aspekte ihrer Lebenswelt und werden von der pädagogischen Leitung bewusst weder vorgegeben noch bewertet. Die Kinder bringen deshalb mutig auch Texte ein, die von ihren Wünschen und Ängsten, ihren Gefühlen und Problemen erzählen. Während der gemeinsamen Arbeit in den kulturpädagogischen Angeboten findet über diese Inhalte ein reger Austausch untereinander und mit der pädagogischen Leitung statt. So entwickeln die Kinder und Jugendlichen ein höheres Bewusstsein über ihre eigenen Möglichkeiten, Fähigkeiten und Grenzen. Die Kinder transportieren etwas Persönliches über die kulturpädagogischen Projekte nach außen. Das wird dort aufgenommen, reflektiert und gelangt zurück zu den Kindern. So wird es den Kindern als eigene persönliche Leistung, als etwas selbst Erschaffenes, als individueller Beitrag, oder auch als Grenze bewusst. Die Kinder erlangen also Selbstbewusstsein, weil sie sich mutig mit den Themen ihrer eigenen Lebenswelt auseinandersetzen. Die pädagogische Leitung achtet dabei stets darauf, dass die Kinder und Jugendlichen sich durch die Inhalte ihrer Texte und Lieder nicht selbst oder gegenseitig schaden. In der Diskussion um die inhaltliche Ausgestaltung der Kulturprojekte erfahren die Teilnehmer ganz nebenbei Grundvoraussetzungen demokratischen und sozialen Handelns. Sie bilden sich eine Meinung, beziehen Stellung und schließen Kompromisse oder finden zu anderen gemeinsamen Lösungen ihrer künstlerischen Konflikte. In der Auseinandersetzung mit den eigenen (Song-)Texten und Geschichten und deren Bearbeitung (z.B. am Computer) werden außerdem die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen, sowie ihre Medienkompetenz gefördert.
Medien sind fester Bestandteil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Medienkompetenz hat sich zu einer Schlüsselqualifikation für viele Berufe und als Partizipationsaspekt am gesellschaftlichen Leben entwickelt. Grundvoraussetzung für die Teilhabe an der Informationsgesellschaft ist die Verfügbarkeit dieser Informationstechnologien, ihre sichere Beherrschung und der kreative Umgang damit. Kinder und Jugendliche haben in unseren kulturpädagogischen Angeboten die Möglichkeit zum Umgang mit den neuen Technologien. Der Kinder- und Jungendtreff Neumeimersdorf ist mit Computer und Internetzugang ausgestattet. Hier können die Kinder und Jugendlichen den reflektierten Umgang damit probieren und erfahren. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten von Computeranwendungen und deren Gefahren gehört zum festen Bestandteil dieser Angebote.
Die vegetarische Kochgruppe
Kochen heißt, sich selbst und andere Menschen im Alltag versorgen zu können. Die Kinder und Jugendlichen erleben und erlernen also in der vegetarischen Kochgruppe einen wichtigen Teil der elementaren Alltagsgestaltung. Sie erwerben hier Kompetenzen, die für die spätere, selbstständige Lebensbewältigung wichtig sind. Themen wie „Gesundheit“, „Sozialverhalten“, „ökologisches und ökonomisches Gleichgewicht“ „Nachhaltigkeit“ usw. sind mit dem Inhalt der hauswirtschaftlichen Bildung in der Kochgruppe eng verknüpft. Der Zustand der persönlichen Gesundheit bestimmt maßgeblich die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden. Die körperliche, seelische und geistige Gesundheit wird maßgeblich von der Ernährung beeinflusst. In der aktiven Auseinandersetzung mit den vielfältigen Lebensmitteln und Zubereitungstechniken, erfahren die Teilnehmer der vegetarischen Kochgruppe, wie sie ihre Befindlichkeit beeinflussen und persönliche Verantwortung wahrnehmen können. Gekocht werden vor allem Gerichte, die in die Jahreszeit passen und wenn möglich mit Produkten aus der Region. Die Rezepte werden von den Kindern und Jugendlichen gemeinsam dokumentiert, mit dem Ziel, ein ganz persönliches Kochbuch zu erstellen. Gleichzeitig lassen wir die Kinder an unserer Planung teilhaben und so gibt es immer auch das, was die Kinder sich wünschen. Lernen lässt sich nämlich am besten mit Genuss.
Der Offene Treff
Offene Angebote bieten eine Vielfalt an Sozialisations-, Bildungs-, Erfahrungs- und Mitbestimmungsfeldern. Die Besucher können sich in Peer-Groups treffen und sich im geschützten Rahmen ausprobieren. Dabei werden Bildungsprozesse angestoßen, etwa im Bereich der sozialen Kompetenzen. In offenen Angeboten lernen Kinder und Jugendliche, eigenverantwortlich zu kommunizieren und zu kooperieren, sich auf Konflikte und deren Lösung einzulassen. Hier haben sie die Möglichkeit zur Begegnung und Auseinandersetzung mit Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher, sozialer, kultureller, religiöser oder politischer Orientierung. So können sie soziale Kompetenzen, wie interkulturelle
Kompetenz, Empathie, Kommunikationsfähigkeit, Kritikfähigkeit, Toleranz,
Kooperationsfähigkeit, Engagement usw. erwerben. Hier geht es darum, eigene Interessen zu entwickeln und zu verfolgen und Verantwortung für eine gelingende Freizeitgestaltung zu übernehmen.
Die Aktionstage
Die Kinder und Jugendlichen sollen durch unsere Aktionstage und Umwelterkundungen mit allen Sinnen erleben und wahrnehmen. Sie sollen eine Werthaltung zu sich selbst und anderen gegenüber entwickeln und lernen, ökologische und soziale Zusammenhänge zu erkennen. Dazu werden die sehr unterschiedlichen Aktionen dem jahreszeitlichen Verlauf entsprechend angeboten. Fahrradtouren, Lagerfeuer, Schnitzeljagd, Apfel- oder Faschingsfest, Schokoladentag, Ausflüge in Museen, in das Grusellabyrinth oder ins Aquarium, Bastel- und Werkstatttage gehörten bisher zu den Aktionstagen des Kinder- und Jugendtreffs. Aber wer weiß, was wir in Zukunft noch unternehmen werden, denn die Ideen der Besucher, für die wir immer ein offenes Ohr haben, scheinen unerschöpflich. Dass die Kinder und Jugendlichen an den Aktionstagen jede Menge Spaß haben, zeigt sich in der Beliebtheit der Aktionen und der Freude der Teilnehmer.
Die Vorlesestunde
Die Vorlesestunde bietet den Kindern durch ihre offene Struktur die Möglichkeit, die Inhalte des Lesestoffs jederzeit zu reflektieren, in kommunikativen Austausch zu treten und Stellung zu beziehen. Das heißt, dass die Kinder zwischendurch jederzeit Fragen stellen und sich untereinander und mit der pädagogischen Leitung über den Inhalt unterschiedlicher Literarischer Formen verständigen können. Diese Art des Vorlesens soll das Interesse der Kinder am Lesen und ihre Lesefertigkeit stärken. Geplant ist ferner ein Bücherverleih, der den Kindern und Jugendlichen einen vielfältigen Zugang zu unterschiedlichen Themenbereichen ermöglichen soll.

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