Deutsche Aktionstage Nachhaltigkeit



Nachhaltigkeit beginnt beim eigenen Handeln, und jeder kann etwas zum Besseren verändern. Anlässlich der „Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit“ haben wir - die Kita Ostenfeld - uns etwas überlegt. 

Vorbildliches Engagement in ganz Deutschland soll an den Aktionstagen sichtbar werden und andere zum Mitmachen und zur Eigeninitiative ermutigen. 

Sieht aus wie Stoff...

Wir überlegen, wie wir den Einstieg zu unserem Projekt gestalten können, um die Kinder für das Thema zu begeistern. Da es Freitag ist und wir an diesem Tag immer Spielzeugtag haben, bitten wir die Kinder, all ihr Spielzeug in die Mitte des Morgenkreises zu legen. 

Wir schauen uns alles genau an und benennen die einzelnen Dinge. Wir fragen die Kinder ob sie wissen, aus welchem Material die Spielsachen bestehen. Schnell stellen die Kinder fest: ein Teil ist aus Holz, ein Teil ist aus Metall, Puppen aus „Stoff“. Ein Trecker besteht aus Metall- und Plastik. Weiteren Spielsachen sind ebenfalls aus Plastik. Flummi, Barbie, Lego, Fahrzeuge, Plüschtiere, etc.. Ein Kind hat zwei Figuren aus der Sesamstraße mit. Ernie und Bert. Auf den ersten Blick sind die Figuren aus Stoff. Wir erklären den Kindern, wie sie herausfinden können, aus welchem Material Produkte hergestellt werden und schauen auf den angenähten Zetteln nach. Tatsächlich: 100% Polyester! 

Meine Mama macht Öl in den Salat

Leveke: Ist das kein Stoff?

Christina: Doch, aber kein Stoff der aus natürlichen Materialien hergestellt wird wie Baumwolle, die an Büschen wächst, sondern aus Rohöl.

Leveke: Was ist das?

Christina: Rohöl ist Öl, das unter der Erdoberfläche in großen Blasen besteht. Das hat sich über ganz ganz viele Jahre über gebildet. 

Wir fragen die Kinder, ob sie wissen, wo man Öl bekommt. 

Ruwen: Bei Edeka und an der Tankstelle!

Leveke: Meine Mama macht Öl in den Salat.

Christina: Das ist richtig, aber das ist nicht das Öl, was unter der Erde lagert, sondern das ist Öl, das man z.B. aus Mais oder Raps oder Sesam gewinnt. Dann werden die Körner ausgepresst und daraus entsteht Pflanzenöl.

Wir erklären den Kindern, dass aus Rohöl Plastik hergestellt wird und fragen, ob sie schon mal festgestellt haben, wo es überall Plastik gibt. Die Kinder kennen tatsächlich ganz viele Dinge aus Plastik (Tüten, Schüsseln, Trettrecker, etc.). Wir holen unseren Gelbsack aus der Küche und breiten die darin enthaltenen Dinge in der Mitte des Morgenkreises aus.

Frischkäsedosen, Käsepackungen, Feuchttücherpäckchen, Gummihandschuhe, Milchtüten. Alles Plastikmüll. Wir fragen die Kinder, ob man diese Sachen denn einfach so auch in der Wald oder die Natur werfen darf, wenn man keinen Mülleimer dabei hat! Die großen Kinder sind ziemlich empört! „Nein, das darf man nicht!“

„Warum nicht?“ fragen wir.

Die Kinder sehen sich ratlos an. Schulterzucken. 

Wir erklären, dass der Plastik-Müll sich nicht auflösen und wieder zu Erde werden kann, sondern dort, wo man ihn hinwirft, auch über viele Jahre einfach liegen bleibt. Ich frage die Kinder, wer schon einmal am Strand war. Viele Kinder rufen „Ich“. Ich frage weiter, ob ihnen schon mal aufgefallen ist, wie viel Müll am Strand im Sand liegt. Tatsächlich! Es werden Plastiktüten, Seile, Kronkorken, Flaschen, etc. benannt. 

Ich frage weiter, was wohl passiert, wenn ich eine Tüte in den Wald werfe. 

Leveke: Die bleibt dort ganz lange liegen.

Und was kann noch passieren?

Ruwen: Dann kommt ein Vogel und der sieht das und nimmt das in den Schnabel und fliegt weg!

Was ist denn wenn ein Reh vorbei kommt, das gar nicht weiß, was Plastik ist und großen Hunger hat?

Ruwen: Das frisst das.

Und was passiert dann? Ist das für das Reh wohl gesund?

Ruwen schüttelt den Kopf: Nein, das geht tot.

Genau. Wenn Tiere Plastik fressen, den Menschen achtlos in die Natur werfen, ob am Strand oder in den Wald, dann fressen das die Tiere und können daran sterben. Das finden die Kinder ganz schlimm.

Ich frage sie, was man denn machen kann, wenn man z.B. im Wald ein Eis isst und keinen Mülleimer für die Verpackung hat?

Die Kinder sehen sich an.

Leveke: Ich tue ihn in die Hosentasche bis ich zu Hause bin.

Wir fragen, was für Müll gibt es denn noch, außer Plastikmüll. 

Finja sagt, Bio-Müll. „Da kommen Kartoffelschalen und Salat hin.“

Wir fragen, was mit Glas ist. Kommt das auch in den gelben Sack oder zum Bio-Müll? 

Ruwen: Nein, die wandern!

Wo wandern die denn hin?

Ruwen: Bei Edeka, auf dem Fließband.

Das stimmt. Pfandflaschen kommen bei Edeka in den Getränkeautomaten und dafür bekommt man Geld zurück. Andere Flaschen wirft man in den Glascontainer, wie auch einer bei unserem Parkplatz steht. Und was für ein Container steht da noch? Was wird da manchmal noch hingebracht?

Die Kinder überlegen. 

Finja: Kleider die man nicht mehr anzieht.

Stimmt. Auch dafür gibt es ein extra Container. Und was für Mülltonnen haben wir noch draußen stehen?

Die Kinder überlegen und schütteln den Kopf. 

Mit einem blauen Deckel auf der Tonne?

Die Kinder rufen: Papier!

Und daneben? Die graue Tonne!

Christina: Genau, dort kommt alles hinein, was sonst nicht passt. Also kein Papier, kein Glas, kein Plastik und kein Kompost.

Wir besprechen mit den Kindern, dass sie, wenn sie mit ihren Eltern einkaufen, mal darauf achten, was alles in Plastik gekauft wird.

Da ich in unserem Kindergarten selbst für den Einkauf zuständig bin, achte ich ebenfalls darauf, was alles in Plastik ist und was ich ohne erwerben könnte.

Fazit

  • Bio-Käse würde ich zwar an der Theke bekommen, allerdings auch in Folie gewickelt und erheblich teurer als der abgepackte.
  • Rein aus Neugier frage ich an der Fleischtheke, ob ich Fleisch und Wurst auch in mitgebrachte Tupperschüsseln verpackt bekommen würde. Dies wird verneint. Aus hygienischen Gründen leider nicht möglich!
  • In der Bio-Abteilung hängen normalerweise sowohl Papier- als auch Plastiktüten um das Obst und Gemüse zu verpacken. Heute gibt es leider nur Plastiktüten! Wie auch sonst wiege ich die verschiedenen Dinge einzeln ab und packe alles in eine Tüte, wobei ich die verschiedenen Produktzettel nebeneinander aufkleben.

Doch dann stoße ich auf ein Problem! Die Salatgurken, die bei unserem Frühstück eigentlich nie fehlen dürfen, sind in Plastikfolie eingeschweißt und kommen aus Spanien. Das Stück kostet 99 ct. Ich schaue in der konventionellen Gemüseabteilung nach. Dort kommen die Gurken aus Deutschland, sind nicht in Plastik und kosten sogar nur 79 ct. Welche Gurke ist nun die "Richtige"?

Ausblick

Als Silke ein paar Tage später aus der Kur zurück ist und wir gemeinsam beim Frühstück sitzen, bitte ich die Kinder, ihr zu erzählen was wir zum Thema Müll herausgefunden haben. 

Eifrig berichten die Kinder was sie noch wissen und ich bin ziemlich erstaunt, was vielen im Gedächtnis geblieben ist.

Ich bin ziemlich begeistert, daß die Kinder das wissen und das sie Silke tatsächlich erklären können, was auf den Kompost kommt, wo die Flaschen hin kommen und was in der Restmülltonne landet. 

Wir konnten die Kinder zum Thema Müll sensibilisieren!

 

 

2015 finden die Aktionstage Nachhaltigkeit erstmalig im Rahmen der Europäischen Nachhaltigkeitswoche statt, einer neuen von Deutschland, Frankreich und Österreich ins Leben gerufenen Initiative, an der Menschen aus ganz Europa teilnehmen können.